Entwicklung der ADHS

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Dieser Artikel behandelt die Entwicklung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Allgemeine Informationen über die Störung finden Sie unter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die nachfolgende Darstellung stellt keinen für den Einzelfall gültigen Verlauf der ADHS dar. Sie zeigt exemplarisch auf, auf welche Weise sich die Symptome in vielen Fällen auswirken und epikritisch ausgewirkt haben. Im Weiteren ist die Darstellung tendenziell defizitorientiert. Eine nicht statistisch zu erfassende Anzahl ADHS betroffener kann trotz ADHS durchaus erfolgreich sein (siehe: Stärken).

Kleinkindalter

Es konnte nachgewiesen werden, dass Menschen, die von ADHS betroffen sind, gelegentlich bereits im Mutterleib durch vemehrte Aktivität auffallen. Babys mit ADHS zeigen in einigen Fällen ein hohes psychophysiologisches Aktivierungsniveau (Schlafprobleme, Nahrungsverweigerung, trotziges Verhalten). Dies kann gestörte Mutter-Kind-Interaktionen zur Folge haben, wie beispielsweise die Entwicklung emotionaler Abhängigkeiten oder vermeidenden Verhaltens gegenüber der Mutter als Bezugsperson.

Vorschulalter

Im Vorschulalter scheinen ADHS-Kinder insbesondere durch ihre permanente Bewegungsunruhe und ziellose (Über-)Aktivität aufzufallen. Ihr Verhalten zeichnet sich oftmals durch mangelnde Gehorsamkeit, verminderte Frustrationstoleranz und mangelnde Konzentrationsfähigkeit, etwa beim Spielen, aus. Weiterhin wurde beobachtet, dass von ADHS betroffene Kinder im Vorschulalter besser mit altersmäßig homogenen Gruppen interagieren können, als mit Gruppen, die sich aus Kindern unterschiedlichen Alters zusammensetzen.

Grundschulalter

Häufig werden Eltern erst auf die ADHS aufmerksam, wenn das Kind auf die Grundschule wechselt. In diesem Alter werden die meisten Kinder mit ADHS diagnostiziert. Je nachdem, ob es sich um einen Subtypen der ADHS handelt, fallen die betroffenen Kinder durch ihre Unruhe und ihre erhöhte Ablenkbarkeit auf. In diesem Alter manifestieren sich zumeist auch die einhergehenden Lernstörungen, die die Probleme zumeist weiter verstärken. Häufig sind die sich entwickelnden Schwierigkeiten so stark, dass die Kinder die Klasse wiederholen müssen, oder auf andere Schulformen umgeschult werden, etwa auf Förderschulen. Im Grundschulalter manifestieren sich häufig auch komorbide aggressive Verhaltensweisen der Kinder mit ADHS, die für weitere Probleme sorgen. Die Kinder werden im Klassenverband abgelehnt und durch Stigmata ihrer mit der ADHS überforderten Lehrer dauerhaft gebrandmarkt. Kinder mit ADHS werden 52 % häufiger von anderen abgelehnt, als Kinder ohne ADHS[1], was bei ihnen erheblichen psychosozialen Stress erzeugt. Es kommt dann vor, dass sich betroffene Kinder mit anderen ADHS-Kindern verbünden, sofern sich weitere betroffene Kinder im Klassenverband befinden, was für sie durchaus ein positives Erlebnis sein kann. Dabei besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Kinder in ihren Peergroups ein gewisses, delinquentes Risikoverhalten entwickeln, das sich schädlich auswirken kann.

Pubertät

Tendenziell vermindert sich die von Außenstehenden sichtbare, motorische Unruhe im Laufe der Pubertät. Studien zeigen jedoch, dass die Aufmerksamkeitsdefizite über die Pubertät hinaus erhalten bleiben. Die Schule stellt in diesem Lebensabschnitt ein großes Problem dar. Von den jungen Menschen wird nun erwartet, sich selbstständig auf ihre Schulabschlüsse vorzubereiten, was den ADHS-betroffenen Jugendlichen jedoch ohne Hilfe nur selten gelingt. Es fällt auf, dass Jugendliche mit ADHS aufgrund ihrer Lernschwierigkeiten deutlich häufiger die Schule ohne Abschluss verlassen[2]. Weiter neigen Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS aufgrund ihrer hormonell bedingen Impulsivität zu riskanten Fahrstilen[3] und zu Alkohol- und Drogenmissbrauch. Auffallend ist an dieser Stelle, dass in diesem Alter zumeist das Phänomen der Selbstmedikation auftritt. Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Jugendliche mit ADHS oft früher mit dem Rauchen beginnen und mehr rauchen, als gleichaltrige ohne ADHS. Bemerkenswert dabei ist, dass Nikotin im Bezug auf die Dopaminregulation im Frontallappen eine ähnliche Wirkung wie Methylphenidat zu haben scheint, was erklären könnte, weshalb Jugendliche mit ADHS besonders häufig mit dem Rauchen beginnen.[4]. In der Pubertät zeigt sich außerdem häufig ein durch die mangelnde Selbstregulation und Impulsivität verursachtes, extremes Essverhalten. ADHS-Betroffene leiden häufiger an Übergewicht[5] oder Bulimie.[6]

Erwachsenenalter

(→Hauptartikel: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom im Erwachsenenalter)

Amerikanische Studien haben gezeigt, dass die Symptome der ADHS bei bis zu 80 % der betroffenen Kinder und Jugendlichen im Erwachsenenalter fortbestehen.[7] Vom Übergang von der Pubertät ins Erwachsenenalter entwickeln sich häufiger psychosomatische Schwierigkeiten. Mit dem zunehmenden psychosozialen Druck und den gesellschaftlichen Anforderungen, denen die Erwachsenen mit ADHS ausgesetzt sind, können die Schwierigkeiten weiter zunehmen. Studien zeigen jedoch auf, dass einige Erwachsene mit ADHS im Laufe der Adoleszenz sogenannte Coping-Strategien entwickelt haben, mit denen sie - sofern ihr Umfeld nicht hemmend einwirkt - ihre ADHS-Symptomatik bewältigen können. Der Erfolg dieser Bewältigungsstratgien hängt jedoch maßgeblich von äußeren Einflussfaktoren und von der jeweiligen symptomatischen Ausprägung der ADHS ab. Einige Erwachsene leiden sehr stark unter ihrer Symptomatik und sind auf die Einnahme von Psychopharmaka angewiesen, etwa da sie ihre aktuelle Lebenssituation keine Alternativoptionen wahrnehmen lässt.

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Quellen

  1. http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/dissts/Bremen/Schmitman2008.pdf
  2. http://www.bdp-verband.org/bdp/idp/2006-01/16.html
  3. http://kups.ub.uni-koeln.de/4587/1/Walg2012.pdf
  4. Stressbewältigung für Erwachsene mit ADHS, Anja Greiner, S.10
  5. Assoziation von ADHS und Übergewicht bei Kinder und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland
  6. Indizierte Praevention von Essstoerungen - Entwicklung und Evaluation eines Gruppenprogramms
  7. Frodl, T.; Skokauskas, N. (Februar 2012). "Meta-analysis of structural MRI studies in children and adults with attention deficit hyperactivity disorder indicates treatment effects.". Acta Psychiatr Scand 125 (2): Seite 114–26.