Guanfacin

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Guanfacin als Intuniv in verschiedenen Dosierungen
Strukturformel von Guanfacin

Guanfacin ist ein unter den Handelsnamen Intuniv, Afken, Estulic und Tenex im Nicht-EU-Ausland vertriebener α2A-Rezeptor-Agonist, der zur medikamentösen Behandlung von ADHS rezeptiert werden kann. In der EU wurde Guanfacin nach dem Zulassungsantrag durch den Pharmakonzern Shire plc im September 2015 zugelassen.[1] Guanfacin ist kein Stimulans und eignet sich nicht zum Missbrauch als Rauschmittel.

Struktur

Bei Guanfacin (C9H9Cl2N3O, Mr = 246.1 g/mol) handelt es sich um ein Phenylacetyl-Guanidin-Derivat, in Arzneimitteln liegt es als Guanfacinhydrochlorid vor.

Indikationen

Indikationen von Guancin sind neben ADHS unter anderem ADHS-komorbide Ticstörungen sowie Angststörungen.

Guanfacin und Wirkungen bei ADHS

Als α-2-adrenerger Agonist minimiert es Noradrenalin am α2A-Rezeptor. Diverse Studien konnten Verbesserungen der Handlungs-, Emotions- und Verhaltensregulation aufzeigen,[2] Verbesserungen der Konzentrationsleistungen sind unter Guanfacin weniger zu erwarten.

Guanfacin eignet sich zudem zur Augmentation anderer Medikamente, etwa um Rebound-Beschwerden zu reduzieren. Auch kann es aufgrund seiner sedierenden Wirkung einschlaffördernd wirken.[3]

Noradrenalin

Verschiedene Untersuchungen konnten für Guanfacin mögliche Wirkungen auch auf das Noradrenalin-Rezeptorsystem aufzeigen, die mit einer kausalen Verbesserung der Symptomatik einherzugehen scheinen. [4][5] Die Forscher leiteten hiervon die Evidenz ab, dass - wie bereits lange Zeit vermutet - bei ADHS auch eine beeinträchtigte Signalübertragung durch den Neurotransmitter Noradrenalin vorliegt.

Dosierung

Die empfohlene Dosierung liegt, verteilt auf zwei Einzeldosen, für Kinder bei 3-5 µg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, für Erwachsene, verteilt auf 4-6 Einzeldosen, bei 5-8 µg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.[6]

Nebenwirkungen

Bisherige Studien führen in erster Linie Müdigkeit als Nebenwirkung auf, gefolgt von Unruhe, Blutdruckabfall, Durchschlafstörungen, Mundtrockenheit, Schwindel und depressive Verstimmungen.

Studien

Siehe auch

Weitere interessante Artikel

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Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/003759/human_med_001910.jsp&mid=WC0b01ac058001d124
  2. http://dx.doi.org/10.1016%2Fj.cell.2007.03.015
  3. http://dx.doi.org/10.1186%2F1753-2000-2-24
  4. J. Martinez-Raga, C. Knecht, R. de Alvaro: Profile of guanfacine extended release and its potential in the treatment of attention-deficit hyperactivity disorder. In: Neuropsychiatric disease and treatment. Band 11, 2015, S. 1359–1370,
  5. T. Hirota, S. Schwartz, C. U. Correll: Alpha-2 agonists for attention-deficit/hyperactivity disorder in youth: a systematic review and meta-analysis of monotherapy and add-on trials to stimulant therapy. In: Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry. Band 53, Nummer 2, Februar 2014, S. 153–173
  6. http://goo.gl/zzMDVy
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