Bannertop.png

ADHS in der Gesellschaft

Aus ADHSpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
ADHS wird gesellschaftlich unterschiedlich und oftmals negativ wahrgenommen

ADHS stellt heute zwar eine gut erforschte Störung dar, erweist sich aber noch immer als ein mitunter kontrovers diskutiertes Störungsbild, dessen Ursachen durch verschiedene Modelle erklärt werden sollen. Der öffentlich geführte Diskurs schlägt sich auch in der gesellschaftlichen Wahrnehmung nieder.

Beginn der Kontroverse um ADHS

Der im Juni 1970 erschienene Zeitungsartikel „Omaha Pupils given 'Behavior' Drugs“ zog erstmals eine öffentliche, gesellschaftliche Diskussion über die Psychopharmakomedikation bei Kindern nach sich.

Als erster Anstoß zur kritischen öffentlichen Diskussion des Themas ADHS kann der am 29. Juni 1970 in der Washington Post erschienene Artikel „Omaha Pupils given 'Behavior' Drugs“[1] betrachtet werden. Zwar hatten Wissenschaftler wie Leon Eisenberg bereits Jahrzehnte zuvor Bedenken gegenüber den sich andeutenden Entwicklungen der Diagnose- und Verschreibungspraxis von Stimulanzien bei verhaltensauffälligen Kindern geäußert, jedoch ohne größere öffentliche Resonanz. Der Zeitungsartikel zog erstmals eine öffentliche, gesellschaftliche Diskussion über die Psychopharmakomedikation bei Kindern nach sich, welche bis heute anhält. Der Artikel thematisierte kritisch sowohl die steigenden Verschreibungszahlen von Psychopharmaka, als auch die Verschreibungspraxis:

„Zwischen fünf und zehn Prozent der 62000 Schülerinnen und Schüler, die in dieser Stadt leben, nehmen 'verhaltensregulierende' Medikamente ein, die ihnen von den hiesigen Ärzten verschrieben worden sind. Die Medikamente sollen ihr Verhalten im Unterricht und ihre Aufnahmefähigkeit verbessern. Die betreffenden Kinder werden von ihren Lehrern als 'hyperaktiv' und teilweise als unbeschulbar bezeichnet (...) 'Wir wissen, dass diese Kinder durch die Medikation erfolgreicher und selbstbewusster werden. Sie sind in jedem Falle glücklicher', so ein Arzt aus Omaha. Andererseits beschrieben Eltern, die einer Medikation nicht zustimmen wollten: '... der Lehrer belästigte uns anderthalb Monate lang am Telefon. Sie rief uns jeden Abend an (...) außerdem handeln die Schüler die Pillen auf dem Schulhof. Sie sagen: 'hier, probier meine Gelbe aus, ich nehme dafür deine Pinke'“.

— Maynard, Washington Post, 1970

Nach Veröffentlichung des Zeitungsartikels begann eine Diskussion, welche sowohl in der Öffentlichkeit, als auch in der wissenschaftlichen Fachwelt Wellen schlug.

Im Jahr 1999 veröffentlichte Lawrence Diller das Buch „Running on Ritalin“, in welchem er die historische Entwicklung der gegenwärtigen Verschreibungspraxis von Psychostimulanzien zur Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen kritisch beleuchtet. Diller sieht die Grundlage für das Einsetzen der medikamentösen Behandlung darin, dass es Ende der 1950er Jahre innerhalb der Psychiatrie zu einem Wechsel von der Freud'schen Denkweise hin zur organischen Ätiologie, und damit zu einem entscheidenden Paradigmenwechsel im Bezug auf Verhaltensauffälligkeiten gegeben hatte. So sei der Weg für eine medikamentöse Behandlung von Aufmerksamkeits- und Impulskontrollstörungen sowie Hyperaktivität bereitet worden.

Aus seiner eigenen Praxis in Los Angeles berichtet Diller darüber, wie sich jener Paradigmenwechsel im klinischen Alltag bemerkbar mache: Hätten Eltern früher noch um Termine gebeten, um eine Diagnose stellen zu lassen und eine Behandlung zu erhalten, so hätten viele Eltern heutzutage bereits eigenständig eine Diagnose gestellt und würden gezielt Ritalin für ihre Kinder verlangen.[2]

Darüber hinaus sieht Diller bereits in der frühen zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Beginn der kontroversen ADHS- und Medikamentendiskussion, da sich die Church of Scientology bereits zu Zeiten der Antipsychiatriebewegung mit ihren eigenen Dogmen der Ritalin-Kritik angeschlossen hatte, wodurch „jeder, der die medikamentöse Behandlung mit Ritalin in Frage stellt, ob auf hysterische Weise oder mit Recht, Gefahr läuft, mit Scientology in Verbindung gebracht zu werden“. Zwischen denjenigen Fronten, welche hinsichtlich ADHS besonders gegenpolige Ansichten vertraten und diese auch öffentlich verteidigten, entwickelte sich somit ein noch immer anhaltender, oftmals interdisziplinärer Grabenkampf, bei dem häufig gegenseitige Diffamierungen („Scientology- oder Sektenzugehörigkeit“, „Pharmasponsoring“) und Diskreditierungsversuche und weniger sachliche oder themenbezogene Beiträge anzutreffen sind.

Mit den sich weiter entwickelnden Möglichkeiten bildgebender Verfahren nahm der Fokus auf biologische Entstehungsmodelle der ADHS weiter zu, sodass es nicht lange dauerte, bis sich Kritiker der biologischen Psychiatrie, wie der US-amerikanische Psychiater Peter Breggin, in die Diskussion einklinkten. Zur Jahrtausendwende gipfelte die ritalinkritische Diskussion schließlich mit den Ritalin-Sammelklagen in den USA, die auch in Europa und Deutschland für Schlagzeilen sorgten und die ADHS-kritische Diskussion weiter anheizten.

Siehe auch: ADHS in den Medien sowie ADHS-Kritik.

Aktuelle gesellschaftliche Wahrnehmung der ADHS

Allgemeine kritische Sicht auf ADHS

ADHS-Artikel im Stern

Die oben genannte Entwicklung hatte weitreichende Konsequenzen auf das weltweite Image der Störung ADHS, sodass ADHS ein noch immer kontrovers diskutiertes Störungsbild ist.

Aus medizinischer Sicht ist ADHS als psychische Störung anerkannt und klassifiziert[3], die Bezeichnung als Störungsbild bzw. als nosologische Entität ist demnach weltweit Konsens. Vor diesem Hintergrund besteht jedoch auch die Gefahr von Stigmatisierungsprozessen,[4] da die generellen Vorurteile, die zur Ausgrenzung psychisch Kranker führen, auch ADHS betreffen. Die Laienvorstellungen psychischer Erkrankungen sind durch Attribute wie „merkwürdiges Erscheinungsbild und Verhalten“, „Denkstörungen“, „Kriminalität“, „Unberechenbarkeit“, „Aggressivität“ oder „eingeschränkte soziale Funktionsfähigkeit“ geprägt. Betroffene werden aufgrund des Labels allgemein als „nicht normal“ bzw. von der Norm abweichend wahrgenommen. Dies kann bei Bekanntwerden der ADHS-Diagnose beispielsweise im Sinne einer Stigmatisierung zu sozialen Ausgrenzungen führen oder sich negativ auf die soziale Anerkennung oder berufliche Perspektiven auswirken. Allerdings besteht in Deutschland hinsichtlich einer vorliegenden ADHS keine allgemeine Hinweis- und Aufklärungspflicht gegenüber dem Arbeitgeber.

Ein von den Massenmedien häufig angewandter, unsachlicher Sprachgebrauch („Zappelphilipp-Syndrom“) trägt zu einer vorurteilsbelasteten, teils herabsetzenden und inadäquaten Öffentlichkeitswahrnehmung bei.[5] Von Medien und Öffentlichkeit bisweilen undifferenziert aufgegriffene Klischees, Pauschalierungen oder unbelegte Hypothesen, wie beispielsweise:

  • „ADHS ist schlicht eine Modediagnose und eine Erscheinung unserer Zeit, die Diagnose ist frei erfunden.[6] Die Diagnose fungiert somit grundsätzlich als bequeme Entschuldigung für Erziehungsfehler der Eltern und die Inkompetenz der Lehrer.“[7]
  • Psychopharmaka wie Ritalin sind gefährliche Drogen mit tödlichen Nebenwirkungen[8] und machen abhängig;[9] von der Pharmaindustrie korrumpierte Ärzte verschreiben diese an eigentlich gesunde Kinder, um Geld zu verdienen oder diese zu vergiften.“[10]
  • „Kinder und Jugendliche mit ADHS-Symptomen sehen schlicht zu viel fern und treiben zu wenig Sport

können weiterhin zu einer für ADHS-Betroffene und deren Angehörige belastenden öffentlichen Wahrnehmung, bzw. zu weiteren Stigmatisierungen beitragen. Eltern diagnostizierter Kinder werden vom sozialen Umfeld ausgeschlossen oder nicht ernstgenommen. Im Weiteren hat sich auch die Überzeugung vereinzelter Kritiker, die Diagnose ADHS existiere nach dem gegenwärtig anerkannten bio-psychosozialen Erklärungsmodell grundsätzlich nicht, im öffentlichen Bewusstsein manifestiert,[11] was die allgemeine Skepsis vor allem gegenüber dem medikamentösen Therapieverfahren weiter unterfüttert. Dies ist häufig mit der Auffassung verbunden, die Diagnose ADHS sei schlicht eine von der Pharmaindustrie kolportierte Lüge, um über die Pathologisierung von Kindern und den Absatz entsprechender Medikamente einen profitablen Markt zu schaffen und zu erhalten. Dies kann seitens der Betroffenen und der Eltern Betroffener Kinder und Jugendlicher aufgrund von Ängsten oder befürchteten sozialen Ächtungen Hemmungen gegenüber notwendigen Behandlungsmaßnahmen erzeugen, oder einen sozialen Rückzug zur Folge haben. Siehe auch: Ritalin-Sammelklagen.

In den Massenmedien finden sich zudem häufiger extreme Bezugnahmen hinsichtlich der unterstellten Nicht-Existenz der Diagnose ADHS, als beispielsweise Forderungen nach einer Erhöhung der Medikamentenbehandlungen, Ausweitung der Diagnosekriterien oder Mutmaßungen über eine gegenwärtige Unterdiagnostik aufgrund zu geringer Diagnosezahlen, anstelle einer Diagnose-Inflationierung aufgrund vieler falsch-positiver Diagnosen.

Folgen für Kinder und Jugendliche im Schulalter

Die unsichere Diagnosepraxis sowie insbesondere die polarisierende Medienberichterstattung hat negative Konsequenzen vor allem für Kinder und Jugendliche im Schulalter, da nicht alle Lehrer ADHS als psychiatrische Störung anerkennen und ernstnehmen. Viele Lehrerinnen und Lehrer nehmen ADHS als stark inflationierte Diagnose wahr, da sich die Anzahl der verhaltensgestörten Kinder in den letzten Jahrzehnten verdoppelt hat, während sich die Verschreibungszahlen von Methylphenidat um mehr als 1000 % vervielfacht haben.[12] Als Bedingung hierfür hat sich jedoch auch die Anzahl der ADHS-Diagnosen im Kindes- und Jugendalter signifikant erhöht, was aus Lehrersicht eher für ein soziales Konstrukt mit psychosozialen Ursachen (schlechte Erziehung, Milieufaktoren etc.), als für eine genetisch bedingte Störung spricht. Wenngleich momentan von einer bedeutenden Anzahl an Fehldiagnosen und daher von einer Überdiagnostik auszugehen ist, bedeutet dies eine erheblich benachteiligende Invalidierung des Leidensdrucks der Kinder und Jugendlichen (und deren Eltern), zu deren Symptomatik und Anamnese qua Differenzialdiagnostik kein zutrefferenderes Störungsbild passt und welche von einer adäquaten Therapie profitieren würden.

Siehe auch den Artikel: ADHS im Kindes- und Judendalter.

Folgen für Erwachsene

Stärker ausgeprägte ADHS-Symptome sind im Erwachsenenalter mit Folgen verbunden, die betroffene Erwachsene als soziale, akademische und ökonomische „Versager“ stigmatisieren können. Geringe Selbstwirksamkeits-, soziale Ausgrenzungen und Versagenserfahrungen sind den Betroffenen zwar oftmals bereits aus Kindheit und Jugend bekannt, jedoch verändert sich der Leidensdruck qualitativ und nimmt meist auch deutlich zu. Während unangepasstes Sozialverhalten in Kindheit und Jugend gegebenenfalls noch wohlwollend als „verschmitzt und ungestüm“ oder (früh-/spät-) pubertär bewertet wurde und schulische Probleme im Sinne einer möglichen Unterforderung hinterfragt werden konnten, entfallen diese Entschuldigungsmöglichkeiten im Erwachsenenalter. Vielmehr sind konsistentes Verhalten und beständige Leistung nun die wichtigsten und maßgebenden Faktoren für die nun eigenverantwortliche Entwicklung. Soziale Schichtzugehörigkeit, sozioökonomischer Status, Bildungsniveau, Gesundheit, familiäre Bedingungen und somit die Lebensqualität sind von diesen bestimmt.

Eine stark ausgeprägte ADHS-Symptomatik verhindert eine angemessene Potentialentfaltung in den oben genannten Lebensbereichen. Da die Symptomatik und der vorhandene Krankheitswert jedoch nur implizit in den Auswirkungen sichtbar sind, wird die Verantwortung in der Inkompetenz und im geringen Potenzial des Betroffenen vermutet. Dies erzeugt bei Erwachsenen diskrepante Selbstkonzepte und verzweifelte Erklärungsnot, da sie sich der Tatsache bewusst sind, dass ihr Verhalten oftmals stark von ihren eigentlichen Verhaltensbestrebungen abweicht, nicht aber den möglichen Ursachen dieser Diskrepanzen (eine behandlungsbedürftige, psychiatrische Störung). Wenig hilfreich für diese oft unangemessene Fremdwahrnehmung ist letztlich auch zunächst die ADHS-Diagnose, da die Diagnose aktuell einen wenig glaubwürdigen Ruf hat. Die Wahrnehmung außenstehender ist häufig dergestalt, als sei ADHS eine willkommene Entschuldigung für Eltern mit fehlender Erziehungskompetenz und eine ärztlich bescheinigte Ausrede für Erwachsene mit fehlender Disziplin, mangelnder Kompetenz oder schlechten Charaktereigenschaften. Solche aversiven Bewertungen der Gesellschaft können, neben dem zusätzlichen Leidensdruck, den sie erzeugen und fördern, auch die Erfolgswahrscheinlichkeit der Therapie, oder die Bereitschaft zur Therapieaufnahme vermindern.

Aktuelle Entwicklung

Andererseits scheinen aber auch zunehmend Aspekte besonderer Kompetenzen und Stärken mit ADHS assoziiert zu werden. In diesem Zusammenhang werden von alternativen Medien bisweilen auch Auffassungen aufgegriffen, die ADHS als eine Verwechslung beispielsweise mit dem wissenschaftlich unbegründeten Indigo-Phänomen erklären sollen.

ADHS im Erwachsenenalter geriet in den vergangenen Jahren vor allem mit der Zulassung von Medikinet Adult zur ab dato möglichen medikamentösen Therapie der adulten ADHS mehr ins öffentliche Bewusstsein. Bislang wurde angenommen, bei der ADHS handele es sich um eine sich mit zunehmendem Alter zurückbildende oder remissionierende Störung des Kindes- und Jugendalters. Mit einer Remission im Erwachsenenalter ist jedoch nicht bei allen Betroffenen zu rechnen. Bei etwa 50 % persistieren die Symptome ins Erwachsenenalter hinein und können auch bis ins hohe Alter erhalten bleiben.

Kritisch gesehen wird die Diagnose ADHS vielerorts noch immer, weil die aktuell praktizierten diagnostischen Verfahren als fehlerträchtig und unzuverlässig gelten, weshalb von einer hohen Rate an Fehldiagnosen ausgegangen werden muss. Dies könnte sich mit zukünftig möglicherweise verfügbaren objektiven diagnostischen Hilfsmitteln, wie der Augendiagnostik, ändern. Mit Hilfe eines objektiven Verfahrens ließen sich letztlich auch genauere und zuverlässige Angaben über die Prävalenz von ADHS machen, aber auch über die individuelle Wirksamkeit von Psychostimulanzien und anderen Therapieverfahren.

Allgegenwärtige ADHS

Bei Durchsicht der Diagnosekriterien der ADHS oder beim Durchführen von Selbsttests können auch Nicht-Betroffene schnell zur Annahme kommen, dass auch sie betroffen seien, da die diagnostischen Kriterien der ADHS einerseits relativ unspezifisch sind; andererseits sind die beschriebenen Schwierigkeiten, ohne dass diese Krankheitswert haben müssen, in der Bevölkerung sehr weit verbreitet und liegen kategorial gesehen im Normbereich menschlichen Verhaltens. Diese Annahme kann einerseits dem Barnum-Effekt zugeschrieben werden,[13] andererseits ist ein vager Abgleich der Diagnosekriterien für eine korrekte ADHS-Diagnostik längst nicht ausreichend. Diese umfasst umfangreiche Testverfahren, eine ausführliche Anamnese, den Ausschluss anderer Störungen/Krankheiten, Screenings sowie Fragebögen, die durch eine Fachperson ausgewertet werden müssen. Hinzu kommt voraussetzend, dass mit den beschriebenen Symptomen ein erheblicher kausaler Leidensdruck einhergehen muss und keine passendere Erklärung für die vorliegenden Schwierigkeiten verfügbar sein darf.

Zukunftsperspektiven

Ein entscheidender Faktor des „schlechten Rufs“ der Diagnose ADHS sind die bislang zwar intensiv, aber noch unzureichend erforschten Ursachenfaktoren. Dies erzeugt Unsicherheit und Skepsis gegenüber der Existenz einer spezifischen Krankheitsentität und der tatsächlichen Relevanz vor allem der medikamentösen Behandlung. Die Genforschung könnte zukünftig wichtige Beiträge zur Aufklärung der Genese (und damit zur klareren Eingrenzung der Störung) leisten und somit zu einer besseren gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen.

Verbreitete Irrtümer

  • Manchmal kommen außenstehende Laien zum Fehlschluss, dass ADHS (A für Aufmerksamkeitsdefizit) eine Verhaltensstörung mit einem hohen Aufmerksamkeitsbedürfnis bezeichne, bei dem die betroffenen Kinder und Jugendlichen besonders viel Aufmerksamkeit von ihrem Umfeld einfordern.[14]
  • Das von Laien und bisweilen von Autoren von Ratgeberliteratur verwendete Akronym ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) wird, gleichermaßen wie AD(H)S, umgangssprachlich zur Bezeichnung des vornehmlich unaufmerksamen ADHS-Subtypus verwendet, um darauf hinzuweisen, dass Hyperaktivität bei ADHS nicht obligat ist. Siehe auch: Nomenklatur.
  • ADHS ist nicht, wie oftmals fälschlicher Weise angenommen, gleichbedeutend mit „schlimmen und ungehorsamen Kindern". Auch lassen sich negative Charaktermerkmale nicht durch ADHS erklären, vielmehr liegen diese in der individuellen Persönlichkeit oder gegebenenfalls in komorbiden Störungen begründet.
  • ADHS lässt sich diagnostisch weder absolut sicher, noch generell überhaupt nicht feststellen. Wie bei jeder anderen psychiatrischen Diagnose, bei der fehlende objektive (körperliche) Marker kein eindeutiges diagnostisches Urteil zulassen, leitet sich die Diagnose von einer gewissen Wahrscheinlichkeit ab.

Siehe auch: Mythen und Fakten über ADHS.

Trivia

  • Eine Studie aus dem Jahr 2013 gibt an, dass ADHS in der Region um Würzburg um 70 % häufiger diagnostiziert werde. Der Barmer GEK-Vize Rolf-Ulrich Schlenker betitelte die Stadt Würzburg daraufhin als „Welthauptstadt bei ADHS“.[15]

Mit dem Artikel in Zusammenhang stehende Personen

Film und Fernsehen

Weblinks

Siehe auch

Weitere interessante Artikel

Info.jpg

Quellen

  1. http://www.thecrimson.com/article/1970/7/2/behavior-drugs-given-pupils-pthe-city/
  2. Diller, Batam Books, 1998, p.177
  3. http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3161.3163.3164
  4. Rüsch N, Berger M, Finzen A, Angermeyer Psychische Erkrankungen - Klinik und Therapie, elektronisches Zusatzkapitel Stigma, Seite 1
  5. Townson, Michael (2004): Wie ADS in der Öffentlichkeit gesehen wird. In: Fitzner, Thilo; Stark, Werner (Hg.): Doch unzerstörbar ist mein Wesen ... Diagnose AD(H)S - Schicksal oder Chance? ;[Beiträge der Interdisziplinären Fachtagung „Ein Problem ist nicht genug - ADS und Hochbega-bung“ 21.2.2003 - 23.2.2003 in der Evangelischen Akademie Bad Boll]. Weinheim: Beltz (Beltz-Taschenbuch, 161), S. 101–103.
  6. http://www.t-online.de/eltern/gesundheit/ads/id_65785352/moderkrankheit-und-luege-adhs-steht-in-der-kritik.html
  7. http://www.zeit.de/2013/07/ADHS-Studien
  8. http://www.ritalindeath.com/
  9. http://www.seite3.ch/Ritalin+Die+gefaehrlichste+Droge+der+Welt/438255/detail.html
  10. http://galaxiengesundheitsrat.de/forum/topics/wie-die-pharmaindustrie-kinder-gezielt-zerstort-ads-ritalin
  11. http://well.blogs.nytimes.com/2015/11/09/a-d-h-d-rates-rise-around-globe-but-sympathy-often-lags/?action=click&contentCollection=Health&module=RelatedCoverage&region=Marginalia&pgtype=article
  12. http://www.sonderpaedagoge.de/hpo/heilpaedagogik_online_0409.pdf
  13. Barnum Effekt erläutert auf Wikipedia
  14. http://origin.static.bri-img.de/frauen/stimmen/adhs-1223262/
  15. http://www.stern.de/wissen/mensch/immer-mehr-ritalin-verschreibungen-krankenkasse-warnt-vor-generation-adhs-1963141.html