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Psychopillen für Kinder –Ruhigstellen mit Nebenwirkungen (Reportage)

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Psychopillen für Kinder –Ruhigstellen mit Nebenwirkungen
Filmgattung Reportage
Alterbeschränkung / Empfehlung ohne
Erscheinungsjahr 2013
Laufzeit 17 Minuten

Psychopillen für Kinder –Ruhigstellen mit Nebenwirkungen ist eine erstmals am 4. Juni 2013 im ZDF ausgestrahlte Reportage des umstrittenen[1] Formats Frontal21, welche sich kritisch mit der Pharmakotherapie bei Kindern auseinandersetzt.

Inhalt

Ist ein kindlicher Wutanfall einer „Launenregulationsstörung“? Das Normale wird immer häufiger zum seelischen Defekt erklärt. Gerade Kinder kriegen dann bei alltäglichen Gefühlsschwankungen ganz schnell Medikamente gegen die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Auch nach dem neuen Diagnose-Katalog, an dem sich Ärzte orientieren, wenn sie den kleinen Patienten etwas verschreiben. Sogar für Unter-Sechs-Jährige wird das in den USA inzwischen empfohlen. Beate Frenkel und Astrid Randerath über die wachsende Zahl von Kindern, die mit Pillen ruhiggestellt werden.[2]

Kritik

Johannes Streif (ADHS Deutschland e.V.) kommentierte in einer Stellungnahme:[3]

Aber es geht noch manipulativer. Die im Frontal21-Beitrag gezeigten US-Psychiater Peter Breggin und Allen Frances sind beide ausgewiesene Psychiatriekritiker, allerdings ganz unterschiedlicher Qualität. Breggin verdient seit Jahrzehnten viel Geld damit, gegen so ziemlich alles in der US-amerikanischen Psychiatrie zu sein; das ist so legitim und unabhängig und neutral wie die Mitarbeit in einem Pharmaunternehmen oder der Vorsitz einer psychoanalytischen Fachgesellschaft. Er war der wissenschaftliche Kronzeuge der Sammelprozesse wegen Verschwörung, die im Jahr 2000 gegen die Hersteller von Methylphenidat (MPH) sowie die amerikanische ADHS-Selbsthilfeorganisation CHADD angestrengt wurden. Keines dieser Verfahren wurde jemals vor Gericht verhandelt, da es Breggin und seinen Anhängern schlicht an Fakten fehlte (...) Allen Frances hingegen war bis 1994 der Leiter einer Arbeitsgruppe, welche das DSM-IV vorbereite und herausgab, den Vorläufer der nun veröffentlichten aktuellen Version des psychiatrischen Manuals. Erst gegen Ende der langjährigen Entstehungsgeschichte des DSM-V wurde er eher widerwillig zum prominentesten Kritiker einer Ausweitung der psychiatrischen Diagnosen v.a. im Kindesalter, nicht aber der Psychiatrie insgesamt (...) Von Frontal21 werden seine aus dem Zusammenhang herausgelösten Aussagen zur Medikation von Kindern (nicht ausschließlich der ADHS) mit der Polemik Peter Breggins in einen Topf geworfen, mit einer Prise vorurteilsgetränkter Ideologie abgeschmeckt und dem Publikum als unzweifelhaftes Wissen serviert. Journalistisches Fastfood eben, geschmacksverstärkt durch das Glutamat der Pharmakritik und die zuckrigen Bilder medial missbrauchter Kinder.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Frontal21#Kritik%20und%20Kontroversen
  2. Text von zdf.de
  3. https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/prod.eu.assets.simigos.com/websites_assets/22076/4835e4d983c690e044fa13397852d4eeeb623a85/original/Dr._Johannes_Streif_Frontal_21.pdf?AWSAccessKeyId=AKIAJDX4WMHHKBN3CATQ&Expires=1463366638&Signature=tHMxKHbNWRs9gymMiylfwx4EAKE%3D


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